Wer hat denn nicht schon einmal davon geträumt, über die eigene Heimat hinweg zu fliegen und alles aus einer anderen Perspektive zu sehen. Vermutlich haben viele Menschen haben diesen Wunsch. Im Jahr 2020 erfüllte ich mir den Wunsch und wagte einen kleinen Rundflug über die Regionen in der Nähe von Dresden. Schon oft unterhielt ich mich mit einem Kollegen, der in seiner Freizeit fliegt und die Fluglizenz besitzt, über das Fliegen. Wir sprachen darüber, dass ich so etwas auch gern einmal machen möchte. Als im Juni 2020 bestes Wetter vorherrschte und dank Corona der Luftraum über Sachsen leer war, nutzen wir die Chance für den besonderen Rundflug. Für mich war es ein Erlebnis der besonderen Art und ein Tag, den ich so schnell wohl nicht vergessen werde.

Auf die Idee folgt die Umsetzung, es geht los…

Wie ich bereits beschrieb, gab es die Idee schon länger. Bis dato scheiterten wir an einem Termin und an passenden Rahmenbedingungen. Denn das Wetter sollte schon mitspielen und ist ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Als es dann endlich soweit war, fuhr ich – ziemlich aufgeregt – nach Kamenz. Hier befindet sich das Flugcenter Milan. Ich traf mich hier mit meinem Kollegen und wir begannen flott, die notwendigen Vorkehrungen für den Flug zu treffen. Ich lernte dabei vieles. Wie sieht es im Inneren des Flugzeugs aus, welche Motorisierung hat es, wofür sind all die Knöpfe und all die Armaturen da. All diese Fragen wurden mir beantwortet und ich bekam einen groben Überblick.

Sämtliche Checks, das Beladen der Cessna 150 und diverse Vorbereitungen nahmen zunächst schonmal gut eine Stunde Zeit in Anspruch. Da gab es eine ganze Menge zu überprüfen, bevor es überhaupt in Richtung Rollfeld gehen konnte. Ich muss zugeben, das ich mich nach all den Checks wesentlich sicherer fühlte als z.B. bei einem Start mit einem Ferienflieger.

Als dann alles startklar war, ging es los. Mit dem 100 PS starken Zweisitzer rollten wir auf die Startbahn und mit Schwung ging es in die Lüfte. Etwas Anspannung hatte ich schon, denn beim Start holperte es dann doch schon gewaltig. Doch mit jedem Höhenmeter wurde das Gefühl angenehmer und ich begann, den Blick zu genießen. Im Laufe des Fluges habe ich meine Flugangst ganz und gar vergessen.

Und als wenn nur drauf gewartet worden wäre, klarte der Himmel nochmals besonders auf und der atemberaubende Blick in die sächsische Weite tat sich auf.

Reiseflughöhe erreicht, es folgt der Griff zur Kamera

Als die Reisehöhe erreicht wurde, zückte ich die Kamera und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bereits vor dem Start nahm ich etliche Grundeinstellungen an der Kamera vor und optimierte diese, da in der Luft kaum Zeit dafür blieb und jeder kleine Wind so einen kleinen Flieger unruhig werden lässt.

Wir flogen in Richtung der Sächsischen Schweiz und nach gefühlt extrem kurzer Zeit – vermutlich gerade einmal 10 Minuten – waren wir über Hohnstein mit der thronenden Burg, der Festung Königstein, dem Lilienstein und überflogen ebenso den Kurort Rathen, der nicht nur mit der Bastei wohl einen der bekanntesten Fotospots bietet.

Auf das Basteigebiet gehe ich in einem anderen Beitrag genauer ein – den gibt es hier:

Bastei in der Sächsischen Schweiz

Infos rund um den Lilienstein sind in diesem Beitrag zu finden:

Lilienstein in der Sächsischen Schweiz

Von den Bergen zur Stadt – Wir fliegen nach Dresden

Der Flug wurde als Rundflug geplant und so drehten wir nach einer Runde über die Berge nach Nordosten ab. Entlang der Elbe überflogen wir Pirna, den Barockgarten Großsedlitz, Heidenau und schlussendlich erreichten wir den Luftraum über Dresden.

Über Pirna und Heidenau hatte ich selbst dann die Möglichkeit, das Steuer in die Hand zu nehmen und somit ein weiteres Highlight auf dem Rundflug. Da kam nochmal eine saftige Packung Anspannung dazu. Ich dachte mir aber: oben geblieben ist noch keiner! So steuerte ich geradeaus auf Dresden zu.

Mein Pilot funkte nun den Flughafen Dresden an, um zu erfahren, ob wir denn eine Einfluggenehmigung bekommen würden. Schließlich ist der Luftraum über Dresden nicht immer und zu jeder Zeit freigegeben. Am Dresdener Flughafen starten und landen ja auch zu unterschiedlichsten Zeiten Urlaubsflieger und andere Maschinen. Unser Vorteil war aber die Corona-Zeit. Der Luftraum war leer und wir bekamen nicht nur die Genehmigung über Dresden zu fliegen, sondern durften auch einige Male über Dresden kreisen.

Also überflogen wir das Blaue Wunder, folgten dem Lauf der Elbe ins Zentrum und drehten die Runden über der Stadt. Über dem Dresdener Zentrum zu fliegen und Bilder aus der Luft machen zu können, hat mir besonders gefallen. Diese Möglichkeit hat man auch nicht allzu oft, umso mehr genoss ich dies. Mich faszinierte der Blick auf die Stadt doch schon sehr und überhaupt wurde mir klar, wie schön Dresden doch auch aus der Vogelperspektive sein kann.

Nun geht’s nach Meißen

Nachdem wir Dresden überflogen und so manches Detail aus der Luft entdeckten, ging es weiter mit dem Lauf der Elbe über Radebeul und seine berühmten Weinhänge bis nach Meißen. Die Stadt an der Elbe ist durch den Dom und die markante Albrechtsburg bekannt. Der historische Altstadtkern rund um die Meißener Frauenkirche ist vielen Menschen ja vom Boden aus bekannt, doch aus der Luft wirkt dieser auch sehr interessant. Die Häuser stehen eng entlang der schmalen Gassen und über allem erstrahlt die Albrechtsburg. Als wir mit dem Flieger hier kreisten, erstrahlten der Dom und die Burg im hellsten Licht, da die Sonne nochmals ordentlich nachlegte.

Von Meißen aus ging es nun wieder zurück nach Kamenz. Immer in Richtung Osten fliegend überquerten wir noch das Moritzburger Märchenschloss und die Teichlandschaft mit dem markanten Leuchtturm. Einer der letzten Höhepunkte aus der Luft, den wir auch – gefühlt – zu schnell passiert haben.

Der Himmel zog sich nun langsam, etwas zu und die letzten Kilometer nach Kamenz vergingen recht schnell. Wir setzten zur Landung an und die anfängliche Anspannung kehrte in mich zurück. Es war schon ein komisches Gefühl, als Alles immer näher kam und dachte, jeden Moment die Spitzen der Bäume berühren zu können. Doch dann war die Landebahn in Sicht und mit einem kurzen “tröten” und holpern setzten wir auf und rollten in den Hangar.

Kaum vorstellbar, wie schnell knapp zwei Stunden vorbei sein können.

Fazit: Ein Erlebnis für die Ewigkeit! Ich kann einen solchen Rundflug wirklich empfehlen und rate es jedem, das einmal gemacht zu haben und die Heimat per Luft zu entdecken. Es lohnt sich und ist in der Abenteuer-Liste schon eines meiner persönlichen Highlights.

Öffnungszeiten, Preise und Infos

Das Flugcenter Milan in Kamenz bildet Piloten aus und bietet die Rundflüge an. Darüber hinaus gibt es explizite Fotoflüge, Charterflüge, Beobachtungsflüge aber auch allgemeine Vermietung von Luftfahrzeugen

Die Preise, Öffnungszeiten und Dienstleitungen rund um den Flugverkehr sind auf der Homepage des Flugcenter Milan zu finden.

Flugcenter Milan

Diese Kameraausrüstung empfehle ich für den Rundflug:

Verzichte auf ein Stativ, es ist ohnehin eng und wackelig im Flieger. Nutze ein Lichtstarkes Objektiv – Vorzugsweise ein Teleobjektiv und versuchte, die Belichtungszeiten kurz zu halten.

Ich hatte zwei Objektive abwechselnd während des Fluges auf der Kamera:

Sony α6000 E-Mount-Kamera mit APS-C-Sensor

Sony SEL-50F18F Objektiv

SONY SEL18200LE 18 mm – 200 mm Objektiv

Dir gefällt ein Bild und Du willst es haben? Kein Problem.

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: