Wandern auf die Zugspitze – Das Dach Deutschlands

In diesem Blogbeitrag nehme ich Euch mit auf eine außergewöhnliche Wanderung von Garmisch-Partenkirchen durch das Reintal bis auf den höchsten Gipfel Deutschlands – Die Zugspitze.
Bisher fand ich den Weg zum Gipfel wie viele andere auch per Seilbahn oder per Zugspitzbahn. Doch das eigentliche Abenteuer ist es, die Zugspitze zu Fuß zu erobern. Eine Wanderung, die ich mit einem Freund im Juli 2021 erfolgreich meistern konnte.


Wissenswertes über den Berg!

Der Gipfel der Zugspitze und somit das Ziel der Wanderung liegt auf einer Höhe von 2.962 m ü. NHN. Eine erste namentliche Erwähnung ist auf das Jahr 1590 datiert. Der Name leitet sich vermutlich von den Zugbahnen der Lawinen ab.

Seit 1851 steht auf der Zugspitze ein Gipfelkreuz, welches 28 Träger durch die Partnachklamm und das Reintal auf den Gipfel trugen. Das heute bekannte Gipfelkreuz ist allerdings nicht das Original. Das alte Gipfelkreuz kann im Werdenfels-Museum in Garmisch-Partenkirchen betrachtet werden.
Das neue Kreuz mit einer Höhe von 4,88 m steht auf dem Ostgipfel und nicht nur bei Wanderern, sondern auch bei Tagestouristen ein beliebtes Ziel und Motiv.

Die erste nachgewiesene Besteigung der Zugspitze ist auf das Jahr 1820 datiert.

Auf den Spuren der Erstbesteiger – Die schönsten Stationen

Der leichteste Aufstieg und auch der Weg der Erstbesteiger führt durch das Reintal. Startpunkt ist das Skistadion Garmisch-Partenkirchen auf 730 m Höhe. Dieser Weg ist gleichzeitig auch der längste Aufstieg.

Eigentlich beginnt die Tour mit einem wirklichen Highlight: mit der beeindruckenden Partnachklamm. Jedoch war durch Unwetter in den vorangegangenen Wochen des Juli 2021 die Partnachklamm geschlossen, sodass die Route über die Partnachalm führte.

Die Partnachalm

Die satten grünen Wiesen unterhalb der Partnachalm mit den gigantischen Bergen im Hintergrund bieten einen fantastischen Blick. Bei unserer Anwesenheit war die Alm wegen Ruhetag geschlossen, sodass wir bereits nach wenigen Auslösungen der Kamera wieder bergab ins Tal stiegen und fortan dem Flusslauf der Partnach folgten.

Die Bockhütte

Nach etwa zwei Stunden Wanderung auf recht breiten Wegen ohne nennenswerte Steigung erreichten wir die 1.052 Meter hoch gelegene Bockhütte. Diese liegt auf einer kleinen Lichtung nahe der Partnach. Bis zum Fluss sind es nur wenige Meter. Die Ankunft an der Hütte bedeutete zeitglich, eine erste Rast einzulegen.
Vom kühlen Bier bis zum deftigen Wurstsalat gibt es hier Alles, was das hungrige Wanderherz begehrt.

Das Reintal

Nach einer reichlichen Stunde Pause und der deftigen Stärkung ging es mit frisch aufgetankten Energiereserven weiter. Vor uns lagen noch einige Kilometer bis zu unserem Tagesziel. Wir folgten dem Weg in das sich vor uns befindliche Reintal. Dieser verläuft weiter immer parallel zum Flussbett der Partnach und es gibt vieles zu entdecken. Zahlreiche Höhleneingänge in den Felswänden sind zu sehen und von weitem hört man auch schon den Wasserfall der Partnach Reintal. Ein imposanter Wasserfall, mitten im Nirgendwo.

Nur wenige Meter neben dem circa 80 Meter hohen Wasserfall hat die Natur eine “Badewanne” geschaffen. Diese liegt direkt am Wegesrand und ich konnte mir es nicht nehmen lassen, eine Abkühlung zu genießen. Das Wasser war erfrischend kühl und der Ausblick aus dieser Wanne zeitglich einer der schönsten, die ich je erleben durfte.
Außerdem setzte das kleine Bad nochmal ganz neue Kräfte frei und ich war hochmotiviert die nächsten Kilometer anzugehen. Doch allzu weit sollte der Weg nicht mehr sein.

Die Reintalangerhütte – Zwischenziel und Nachtlager

Kurz nachdem wir den Wasserfall passierten, erreichten wir die Reintalangerhütte. Die tibetischen Gebetsfahnen ließen uns sofort erkennen, dass wir unser Ziel für den ersten Tag erreicht haben mussten.

Die Hütte bietet zahlreiche Plätze für Übernachtungen an. Wir hatten bereits im Vorfeld Plätze im Matratzenlager reserviert, sodass wir recht entspannt das “Ankommen” genossen.
Hier auf 1.370 Meter Höhe, fast am oberen Ende des Tales ist ein optimaler Ausgangspunkt für die Zweite Etappe und die Vorfreude auf den zweiten Tag sowie den finalen Aufstieg steigt mit jeder Sekunde.

Seit 1912 bietet die Reintalangerhütte in der heute existierenden Form Unterschlupft für bis zu 120 Gäste.

Jetzt geht’s Bergauf – der zweite Tag

Um sechs Uhr war die Nacht zu Ende. Bei tollen Gitarrenklängen wurden wir geweckt und allmählich starteten wir in den Tag. Eine halbe Stunde später gab es dann Frühstück. Der ersehnte Morgen-Kaffee durfte nicht fehlen und direkt nach dem Frühstück hieß es: Tasche packen, es geht los.

Wir verließen die Hütte um 7:45 Uhr mit dem Wissen, das der Aufstieg ab jetzt im weiteren Verlauf zunehmend steiler wird. Es warteten knapp 1.600 Höhenmeter auf den verbleibenden neun Kilometern. Ab hier wird es also ernst.

Langsam aber sicher weichen die grünen Wälder und Wiesen dem nackten Gestein und dem Grau der Geröllfelder. Zunehmend wird das Gelände alpiner und es geht steiler nach oben. Über Schrofen und Geröll führt nun der Gebirgssteig bis zum Zugspitzplatt.
Technisch waren die ersten fünf Kilometer kein schwieriger Weg aber die Steigung kostete zunächst Kraft. Dadurch nutzte ich oft die Gelegenheit für eine kleine Pause, genoss den Blick über das bereits hinter uns liegende Reintal und staunte über die imposanten Berge und die Landschaft um mich herum.

Als das Grün gänzlich verebbte und nur noch Stein und Geröll zu sehen waren wusste ich, die Knorrhütte kann nicht weit sein. Die nächste Einkehr war also nahe.

Über die Knorrhütte zum Sonnalpin

Eine halbe Stunde Rast hatten wir bei der Knorrhütte. Bei einer Maß Ski-Wasser und strahlendem Sonnenschein sollte eine der letzten Stärkungen auf der Tour stattfinden. Da es Ende Juli war hatten wir Glück und die großen Schnee- und Eisflächen blieben aus. Nur wenige Stücke lagen unter der weißen Pracht.

Ein kleines weiteres Highlight war die Schafherde, die hier oben in aller Gemütlichkeit ihre Mittagsruhe genossen hat.
Jedes Tier hatte eine typisch alpine Glocke um den Hals und bei jeder Bewegung ertönte das klingen der Glocken. Eine herrliche Klang-Kulisse.
Doch wir konnten nicht ewig lauschen, denn wir hatten ja das Ziel bis ganz nach oben zu steigen. Darum ging es nach einigen wenigen Fotos weiter bergauf bis wir die Gletscherseilbahn Sonnalpin erreichten.
Es war bereits circa 13 Uhr und wir entschlossen, auf Sonnenliegen, welche zufällig nicht belegt waren, eine letzte Pause einzulegen.

Der Gipfel

Immer wieder blickten wir in Richtung des Gipfels, welcher scheinbar zum Greifen nah war und wussten, dass es noch einmal Kraft kosten wird. Während ich so im Liegestuhl saß, zog es mir die Augen zu und ich schlief kurz. Der perfekte Power-Nap. Kaum erwacht, schnallte ich den Rucksack auf, stellte die Wanderstöcke ein und setzte zum Endspurt an.

Dieser letzte Anstieg hatte die besondere Herausforderung, dass der Klettersteig überhaupt erstmal erreicht werden musste.
Über einen steilen Geröllhang stapften wir nach oben. Jeder Schritt nach vorn ging ebenso weit nach oben und nicht allzu selten rutschte ich mit dem Geröll ein Stück zurück. Doch dann konnten wir den Klettersteig erreichen. Ein Stück Sicherheit kam zurück.
Der Steig ist ab hier durchgehend gesichert und klettertechnisch nur bedingt eine Herausforderung.
Vorbei am Schneefernhaus führt er nun bis zum Gipfel.

Die Bergstation selbst ist dann im Vergleich zu allem bisherigen auf der Tour schon eine kleine Enttäuschung. Gebäude aus Beton und Glas ringsum, dazu Menschen die sich überall tummeln und ein fast “städtischer” Stress.
So auch am Gipfelkreuz. Daher entschieden wir, nicht zum Gipfelkreuz zu gehen. Die eigentliche Bergsteigerromantik ist hier schnell wieder dahin. Aber dennoch: ein Getränk muss sein.

Beim verdienten Gipfelbier lassen wir die letzten Stunden noch einmal auf uns wirken und eigentlich ist nicht der Gedanke es geschafft zu haben der treibende, sondern die tollen Aussichten und Momente auf dem Weg. Es ging schließlich ja nicht nur um das sportliche Erlebnis, sondern um das auf jeden Fall gelungene Abenteuer.

Öffnungszeiten und Eintrittsgelder

Für den Parkplatz an der Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen habe ich vier Euro für zwei Tage ausgegeben, was überraschend günstig war.
Eine Übersicht mit dazugehörigen Preisen für das Parken in Garmisch-Partenkirchen gibt es hier:


https://www.parkinglist.de/parkplatz/Garmisch-Partenkirchen/parkplatz-olympia-skistadion-p21-garmisch-partenkirchen-9060



Um die Partnachklamm zu besichtigen, wird ein Eintrittsgeld verlangt und es gibt entsprechende Öffnungszeiten. Ab 8 Uhr ist der Zugang zu Klamm möglich.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise der Klamm gibt es hier:


https://www.partnachklamm.de/de/Oeffnungszeiten-Preise



Die Übernachtung in der Reintalangerhütte kann ich nur empfehlen. Gutes Essen, kühle Getränke und uriges Ambiente. Hier richtet sich der Preis nach verschiedenen Kriterien. Für die Nacht im Matratzenlager inkl. Halbpension war ich mit 65 Euro dabei. Ein fairer Preis, wie ich finde.
Alle Preise und Infos sowie die Buchungsmöglichkeit gibt’s hier:


https://www.alpenverein-muenchen-oberland.de/huetten/alpenvereinshuetten/reintalangerhuette



Bergab ging es für uns mit der Seilbahn.
Die Preislisten für die verschiedenen Optionen (u. A. saisonal bedingt) sind hier zu finden:


https://zugspitze.de/de/Preise

Diese Kameraausrüstung empfehle ich für die leichte Wanderung:

https://www.sony.de/electronics/kamera-objektive/sel50f18f

https://www.sony.de/electronics/kamera-objektive/sel18200le

https://www.rollei.de/products/fotostativ-allrounder-carbon-black

Dir gefällt ein Bild und Du willst es haben? Kein Problem.

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