In diesem Beitrag nehme ich Euch mit auf eine außergewöhnliche Reise in Europas Norden nach Island. Die Insel erlangte vor einigen Jahren Berühmtheit, weil sie nahezu den gesamten Flugverkehr über Europa wegen eines Vulkanausbruchs lahmlegte. Seitdem ist Island als Reiseziel bei vielen Urlaubern sehr beliebt. Wir, meine Partnerin Marie und ich wagten unser erstes Island-Abenteuer im Februar 2022. Was wir entdeckten und warum Island so besonders ist, das liest Du in diesem Beitrag

Zahlen, Daten, Fakten zu Island

Bevölkerungszahl: 332.529 Menschen (Stand Januar 2016) verteilt auf einer Gesamtfläche von 103.000 km².
Die Hauptstadt ist Reykjavík.
Ungefähr 7.250 km² von Island ist von Gletschern bedeckt, die jedoch von Jahr zu Jahr schrumpfen.
Der Hvannadalshnjukur ist Islands höchster Berg mit 2.110 m.
Die Gletscher Lagune Jökulsárlón ist mit 284 m der tiefste See Islands.
Im Sommer hat Island 2-3 Monate durchgehend Tageslicht.
Die Jahresdurchschnittstemperatur in Reykjavík liegt bei 5˚C. Die durchschnittliche Temperatur im Januar beträgt -0,4°C und im Juli 11,2 °C.

Aber grau ist alle Theorie. Wie Island wirklich ist fanden wir heraus und wir kamen auch so manches Mal an unsere Grenzen.

Warum Island – und warum ausgerechnet im Winter?

Eine wesentliche Entscheidung für die Island-Reise war ein Wunsch, den ich schon viel zu lange hatte. Seit je her faszinieren mich die Aufnahmen der Polarlichter. Immer wieder blicke ich erstaunt auf veröffentlichte Bilder und so wuchs recht schnell der Gedanke, die Aurora borealis einmal selbst zu sehen und auch zu fotografieren. Diese faszinierenden Lichter sind aufgrund vieler notwendiger Faktoren nur in bestimmten Jahreszeiten und unter besonderen Voraussetzungen zu sehen.

Ich setzte mich in ausgiebigen Recherchen mit der Thematik auseinander, denn es gibt für diese Challenge mehr zu beachten als man im ersten Moment glauben mag. Das beginnt bei der zeitlichen Planung und geht weiter über den technischen Part rund um die Frage: Welche Einstellungen in der Kamera mit welchem Objektiv machen das Foto möglich. Doch dazu schreibe ich im Verlauf des Artikels noch mehr.

Die wilde Insel Island ist aber nicht nur einer der besten Orte um Polarlichter zu sehen, sondern ebenso einen Besuch der vielen heißen Quellen oder zahlreichen Wasserfälle wert. Diese Kombination aus möglichen Motiven und Erlebnissen sorgte für die Auswahl des Reiseziels Island.

Die Planung – selber planen vs. planen lassen

Der Zeitpunkt und das Reiseziel standen fest. Es galt rechtzeitig zu überlegen und zu entscheiden, was wir uns neben verschiedenen Wasserfällen, Landschaften und den Nordlichtern noch anschauen wollen. Verschiedene Reise-Blogs und unzählige Landkarten mit markanten Punkten und geeigneten Spots haben wir uns in nächtelanger Recherche zusammengetragen. Schnell wurde klar: mit 5 oder 6 Tagen ist es in Island nicht getan. Es gibt zu viel zu sehen. Unsere Entscheidung war, die bekannte Ringstraße als grobe Planungsroute zu wählen. Entsprechend setzten wir uns entlang der Ringstraße verschiedene Marker von Spots, die wir unbedingt sehen wollten.

Man kann sich im Netz nach verschiedenen Flügen, Mietwagen, Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen umsehen. Die Einzelnen Anfragen können recht mühsam werden und mitunter nicht immer vom großen Erfolg gekrönt sein. Eine passende Alternative bieten Anbieter, die als verlässliche Partner einen direkten Draht zu den Gastgebern in Island haben. Wir wurden nach kurzer Zeit auch fündig. Direkt nahmen wir Kontakt auf, nannten den gewünschten Reisezeitraum und unseren groben Plan. Der Dienstleister begann mit der Planung und setzte die optimale Reise für uns zusammen. Der Vorteil für uns: die Planung oblag nun den Profis und wir bekamen dadurch ein Stück Sicherheit.

Kurze Zeit später lag uns ein Angebot inklusive den Flügen, dem Mietwagen, allen Unterkünften und noch ein paar kleinen Extras vor.
Der weitere Vorteil für uns war dann schlicht der Preis, denn der lag entgegen der Erwartungen deutlich unter dem Preis, den wir bei Eigen-Recherche hätten zahlen müssen.

Also gibt es ein erstes Fazit: Es kann problemlos auf Anbieter zurückgegriffen werden, die verschiedene Reisen anbieten.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Eine wichtige Frage vor der Reise nach Island ist folgende: Wie schütze ich mich vor der Kälte und Nässe. Natürlich stellt sich diese Frage nicht nur in Island, sondern auch hierzulande. Doch die extremen Wetterlagen spielen in Europas Norden so manches Mal einen Streich. Eins ist klar und sollte jedem stets bewusst sein: es kann jederzeit extrem kalt und nass werden. Da will man möglichst gut vorbereitet sein um im Zweifel nicht frieren zu müssen.

Neben winterfester Kleidung sollten also unter anderem Gummistiefel, Regenhose und Regenjacke unbedingt mit ins Gepäck.

Ebenso wichtig ist die Entscheidung, welche Kamera-Technik mit auf diese Reise genommen werden sollte. Ein notwendiges Tool: ein Stativ. Direkt danach stellt sich die Frage: welches Objektiv bzw. welche Objektive werden mitgenommen? Ich lieh ich mir ein Reise-Telezoom-Objektiv (SONY SEL70350G) aus und ergänzte es um ein SIGMA 16mm 1.4. Damit ist es möglich einen recht großen Bereich an Brennweiten beliebig ablichten zu können und parallel ein lichtstarkes Objektiv für die Nächte und die Nordlichter dabei zu haben. Einige Ersatz-Akkus müssen definitiv auch mit, denn bei der Kälte sinkt die Leistung der Akkus recht schnell. Diesem Ärger kann dank der Ersatz-Akkus entgangen werden.

Was sollte aufs Smartphone?

Vorbereitend auf die Reise empfehle ich die obligatorische Offline-Karte auf dem Smartphone, für den Fall das man keinen Empfang haben sollte. Für mich persönlich ein wichtiger Aspekt, denn gerade im Winter und den extremen Verhältnissen möchte ich nicht noch zusätzliche vermeidbare Probleme haben.

Zudem besorgte ich mir noch die App „Island Auto Atlas“, Welche allerlei Infos zu empfehlenswerten Orten und Sehenswürdigkeiten vor Ort beinhaltet. Die App ist hier für Dich verlinkt, falls Du deinen Island-Trip planst.

Island Auto Atlas

Die für mich wichtigste App bei der Reise und meine klare Empfehlung ist die App „Meine Polarlicht-Vorhersage“. Diese liefert mir wichtige Schlüssel-Werte, wie den KP-Index (Der KP-Index ist ein globaler Indikator für die Polarlichtaktivität auf einer Skala von 0 bis 9) und die wahrscheinliche Bewölkung in der Nacht.
Beides spielt eine wichtige Rolle bei der möglichen Beobachtung der Polarlichter. Falls Du gerade auch wissen willst, ob und wo Du die Polarlichter gut beobachten könntest, dann ist hier der Link zur App.

Meine Polarlicht-Vorhersage

Eine weitere wichtige Informationsquelle für Island und mögliche Straßensperrungen ist die Website road.is. Da wir unsere Reise für den Winter planten und dann auch durchführten war diese Seite eine der wichtigsten überhaupt. Auf einer Karte sind alle Straßen des Landes dargestellt und farblich markiert. Mitunter werden Straßen gesperrt, weil sie nicht mehr passierbar sind. Die Wetter-Extreme in Island sorgen recht schnell für solche Sperrungen. Zudem ist es dort so, dass bestimmte Fahrzeuge in Gebieten, wie dem Hochland nicht fahren dürfen. Bei Verstoß kann es unter anderem einen Verlust des Versicherungsschutzes mit sich bringen. Der regelmäßige Blick auf die Karte lohnt sich und macht die Reise etwas sicherer.

Genug Vorbereitung an der Stelle. Die Taschen sind gepackt, alle Vorbereitungen abgeschlossen und die eigentliche Reise nach Island beginnt.

Reykjavík – Die Hauptstadt Islands

Reykjavík ist geografisch ziemlich isoliert von anderen europäischen Städten. Dennoch ist Islands Hauptstadt weltoffen, mit großer Lebensqualität und glasklarer Luft in naturbelassener Umgebung. Eine metropolische Perle umrandet von Meeresbuchten und Naturphänomenen. Reykjavík ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Der besondere Charme der nördlichsten Hauptstadt Europas ist auf Anhieb spürbar.

Reykjavík ist der ideale Ausgangsort für Mietwagenrundreisen, denn es befindet sich etwa 50 Kilometer östlich vom Flughafen Keflavík. Je nach Wetterlage kann die Dauer der Fahrt in die Hauptstadt variieren. Im Sommer dauert die Fahrt ganz sicher nicht all zu lange, im Winter kann man sich aber gut und auf über eine Stunde Fahrt einstellen. Am Vortag unserer Anreise fegte ein heftiger Schneesturm über die Insel und legte fast ganz Island unter eine dicke weißen Schicht Schnee und Eis. Dies ist eine willkommene Gelegenheit, um sich sich an das Fahren auf den eisigen Pisten zu gewöhnen.

Zu entdecken gibt es auf kleinstem Raum in Reykjavík sehr viel. Zahlreiche Museen und Galerien, trendige Boutiquen mit Designer-Mode, das Opernhaus „Harpa“ oder die vielen gemütlichen Straßencafés, Bars oder Restaurants, hier kommt jeder Gast auf seinen Geschmack.
Im Jahr 2000 wurde Reykjavík als Europäische Kulturstadt ausgezeichnet.

Sehenswürdigkeiten in Reykjavík

Mit 73 Metern Turmhöhe ist die Hallgrímskirkja eines der modernen Wahrzeichen der Stadt. Die Kirche überragt jedes andere Gebäude der Stadt und thront dabei auch noch auf einem Hügel. Somit kann die Kirche nicht übersehen werden. Ein Besuch auf der Aussichtsplattform der Kirche bietet sich für den ersten Tag an. Ein faszinierender Blick über die Stadt ist die Belohnung. Die vielen traditionellen Gebäude mit ihren knalligen Farben fallen besonders auf. Über die Stadtgrenzen hinaus schweifen die Blicke zu gigantischen Bergen, welche im Winter vom Schnee bedeckt das Landschaftsbild abrunden.

Das Konzerthaus Harpa ist ein weiteres Highlight und sollte unbedingt besucht werden. Das Konzerthaus liegt direkt am wunderschönen Hafen und wurde erst im Jahr 2011 eingeweiht. Die Glasfassade wurde bewusst ähnlich wie die isländische Landschaft mit ihrer Kargheit und den Basaltsäulen gestaltet. Das imposante Design ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der dänischen Architekten von Henning Larsen, der isländischen Architekten von Batteríið und des bekannten Künstlers Olafur Elíasson.

Es ist vom Konzerthaus nicht weit bis zum Hafen, von dem man eine tolle Sicht über die Bucht vor Reykjavík hat. Von hier kann man auch den kleinen Leuchtturm von Engey, einer kleinen Insel in der Bucht sehen. Auch hier sind die riesig wirkenden Berge im Hintergrund zu bestaunen. Von weitem sieht es schon spektakulär aus, doch auch aus der Nähe ist es noch spannender zu betrachten. Nicht nur für Fotos ist das Gebiet hier ein kleiner Geheimtipp. Abseits der touristisch beliebten Innenstadt kann man hier eine kleine Pause einlegen und den Blick über das Meer auf die Stadt genießen.

Das Zentrum von Reykjavík ist relativ klein, wodurch es einfach zu Fuß zu erkunden ist. Lagavegur und Skólavörðustígur sind die Haupteinkaufsstraßen der Stadt und ein Magnet für viele Menschen. Die Gegend wird durch coole und alternative Straßenkunst geschmückt. Für einen Kaffee und etwas Aufwärmen gibt es hier viele Möglichkeiten. Besonders chillig: ein Kaffee in einer Buchhandlung. Dabei kann die Straßenkarte gecheckt werden und mit etwas Glück entdeckt man dann endlich eine freigegebene Straße.

Geschichten von Vulkanen und Diamanten

Die Ringstraße führt aus der Stadt heraus. Sie führt vorbei an Lavafeldern, Bergen und durch einzigartige Naturschutzgebiete. Schon nach 30 Kilometern endete in unserem Fall das Abenteuer Ringstraße vorerst. Wir wurden von der Ringstraße in Richtung Süden umgeleitet. Über vereiste Pisten bewegten wir uns direkt aufs Meer zu. Zwischen den Orten Ölfus und Eyrarbakki mündet der Fluss Ölfusá in den Atlantik. Man kann diese Flussmündung durchaus auch als Lagune bezeichnen. Seit 1988 führt eine 360 m lange Brücke über die Mündung. Unweit der Brücke gibt es einen Parkplatz nahe einem Restaurant direkt am Strand. Ein kleiner Spaziergang am Strand und einige Schritte durch den auffallend schwarzen Sand sollte man sich dabei nicht entgehen lassen.

Die ersten kleinen Eis-Stücke können hier glitzernd von der Sonne angestrahlt herumliegen. Ein kleiner Vorgeschmack auf den bekannten Diamant-Strand, denn ein wenig sahen sie aus wie Diamanten.

Im nächsten Ort, Eyrarbakki, hielten wir dann doch noch einmal, da wir die ersten Island-Pferde auf einem kleinen Hof entdeckten. Zu dem Zeitpunkt freuten wir uns noch wie verrückt, welche entdeckt zu haben. Spoiler-Alarm: die gibt es hier gefühlt an jeder Ecke. Aber auch an jedem Ort, wo sie sind, sind sie einfach schön anzusehen.

Auf unserer Route passierten wir einen Vulkankrater namens Kerið im Südwesten von Island. Er ist ein malerischer Krater mit einem leuchtend blauen Kratersee in der Mitte. Das gilt zumindest im Sommer. Im Winter ist von dem strahlenden blau nicht viel zu sehen. Ebenso waren die steil abfallenden Hänge aus rotem Vulkangestein unter Schnee und Eis versteckt. Und dennoch lohnt sich der Halt an dieser Stelle. Auf einer kleinen Rundwanderung am Kraterrand im Licht der untergehenden Sonne bietet sich ein ganz besonderer Tagesabschluss, denn Sonnenuntergänge am Rande eines Vulkankraters hat man auch nicht alle Tage.

Auf zur zweiten Unterkunft – dem Farmhotel Efsti-Dalur II. Auf unserer Reise sollte diese eine der schönsten Unterkünfte sein. An dieser Stelle kann ich wirklich eine klare Empfehlung aussprechen und verlinke das Hotel für Deine Island-Reise.

Efsti-Dalur II

Die Lage des kleinen Farm Hotels ist optimal für verschiedene Ausflüge und bot eine gemütliche Unterkunft, in der wir uns sofort Pudelwohl fühlten. Da störten selbst die -16° C Außentemperatur überhaupt nicht.

Für das Abendessen lohnt es sich, dem Ruf des Restaurants Mika in dem kleinen Ort Reykholt zu folgen. Neben verschiedenen internationalen Gerichten gibt es hier auch hervorragende handgemachte Schokolade. Genau das richtige für Schlemmermäuler und wirklich sehr zu empfehlen.

Restaurant Mika

Die Polarlicht-App kann beim Abendessen auch gleich noch geprüft werden. Wenn es recht vielversprechend aussieht, kann sich die Fahrt zum nahe gelegenen Faxafoss lohnen. Der Faxi-Wasserfall, wie er unter anderem auch genannt wird ist ziemlich breit, nicht besonders hoch, aber sehr schön. Der Nachthimmel war an jenem Abend klar, doch die Polarlichter sollten wir dann doch noch nicht zu Gesicht bekommen. Dafür war die erste Langzeitbelichtung eines isländischen Wasserfalls im Kasten.

Der Dritte Tag – Wanderlust

Ganz in der Nähe des Farmhotels befindet sich der Brúarfoss, welcher zu Fuß doch recht gut erreichbar ist. Eine spontane Wanderung kann hier problemlos begonnen werden. Ein wirklich schöner Weg führt entlang eines Flusses zum Ziel. Entlang des Weges passiert man zwei Wasserfälle, deren Namen uns noch heute Kopfzerbrechen bereiten. Der erste Wasserfall auf der Route ist der Hlauptungufoss. Das besondere bei diesem Wasserfall ist, dass man wirklich in unmittelbare Nähe kommt und die Kraft des Wassers förmlich spüren kann. Besonders faszinierend ist das strahlende blau, welches man so nicht an allen Wasserfällen Islands findet.

Trotz aller Schönheit des ersten kleinen Wasserfalls ist es ratsam und nötig, den Weg weiter zu gehen. Es dauert gar nicht mal so lange, da erreicht man den zweiten Wasserfall. Ein recht kleiner und nicht sehr bekannter Wasserfall namens Miðfoss. Der Miðfoss befindet sich gerade einmal ca. 700 Meter vom eigentlichen Ziel entfernt auch direkt neben dem Wanderweg und ist ebenso ein wunderschönes Motiv.

Es ist nicht mehr weit. Nur noch ein paar hundert Meter und man ist am Ziel. Der Brúarfoss ist ein wunderschöner türkisfarbener Wasserfall. Was ist so besonders? Der Wasserfall ist etwas abseits vom touristischen Trubel. Wahrscheinlich dank seiner Lage „irgendwo im Wald“. Man kommt auch nicht mit dem Auto oder mit Bussen direkt zum Wasserfall und ist daher doch recht isoliert dort. Und wenn Du ein Fotograf oder überhaupt gern Bilder machst, ist dieser Brúarfoss ein unbedingtes Muss in Island.

Mein Tipp für die Winterwanderung: Wenn Du nicht zwingend mit Gummistiefeln wandern gehst und die Füße trocken bleiben sollen, dann achte unbedingt darauf, dass die Wanderschuhe imprägniert sind. Ebenso passiert es auf dem Pfad zum Brúarfoss schnell, dass Du bis zu den Knien oder höher in Schneewehen versinkst. Achte also unbedingt auf feuchtigkeitsresistente Kleidung.

Ausflug zum Geysir

Die Geysire sind eine der Attraktionen des berühmten Goldenen Kreises. Wasser kommt in vielen verschiedenen Formen vor, doch am beeindruckendsten ist es wohl, wenn es mit einem lauten Knall und unglaublichen Druck aus der Erde mehrere Meter in den Himmel geschossen wird. Die Mutter aller Geysire wird in Island auch nur Geysir genannt und wird vom isländischen Wort „geysa“ abgeleitet, was so viel wie herausströmen oder sprudeln heißt. Eigentlich schießt der Geysir das Wasser bis zu 70 Meter hoch in die Luft. Im Inneren herrschen Wassertemperaturen von bis zu 125°C. Heute ist die Aktivität des großen Geysirs sehr niedrig. Seit einem Erdbeben im Jahre 2000 gab es keine Eruption mehr

Doch der Ausflug hierher lohnt sich trotzdem. Direkt nebenan befindet sich der Strokkur. Er ist ein regelmäßig ausbrechender Geysir. Alle 8 bis 10 Minuten spuckt er heißes Wasser und Dampf aus der Erde. Bei einem Besuch hast Du also des Öfteren die Chance, ein Foto davon zu schießen. Es ist phänomenal zu beobachten, wie das Wasser aus der Erde sprudelt und dann schließlich explodiert. Die Eruptionen des Strokkur Geysirs können bis zu 40 Meter hoch werden, wegen ihrer Häufigkeit wird der Durchschnitt jedoch nur 15 bis 20 Meter hoch. Strokkur ist das isländische Wort für „Butterfass“. Bei den Ausbrüchen wäre „Pulverfass“ fast noch passender. Wir rechneten jeden Moment mit einem Ausbruch, denn alles blubbert und dampft hier vor sich hin. Wenn er dann seine Fontäne in die Höhe schoss, waren wir doch jedes Mal aufs Neue überrascht und überwältigt.

Was sollte man bei den Geysiren auf keinen Fall machen?
Die Absperrungen übertreten! Das Wasser ist extrem heiß und die Absperrungen wurden angelegt nachdem Unfälle passierten. Wie immer gilt: Safety First.

Nicht weit, gerade mal knapp 10 Kilometer entfernt von den heißen Quellen im Haukadalur, befindet sich der nächste faszinierende Ort.

Gullfoss

Der Gullfoss (der „goldene Wasserfall“) ist einer der ikonischsten und beliebtesten Wasserfälle Islands und befindet sich in der Schlucht des Flusses Hvítá im Südwesten Islands. Das Wasser des Hvítá-Flusses entspringt vom Gletscher Langjökull, bevor es in einer dramatischen Präsentation der rohen Kraft der Natur 32 Meter tief über die beiden Stufen des Gullfoss hinunterstürzt. Dieser unglaubliche Ort wird von den meisten Reisenden besichtigt, da er sich auf der Besichtigungsroute des Goldenen Kreises befindet.

Der Gullfoss besteht aus zwei Stufen. Die erste, kürzere Stufe ist 11 Meter hoch, während die zweite 21 Meter hoch ist. Die Schluchtwände auf beiden Seiten des Wasserfalls erreichen eine Höhe von bis zu 70 Metern und führen in den großen Gullfossgjúfur-Canyon hinab. Geologen vermuten, dass dieser Canyon durch Gletscherschmelzen zu Beginn der letzten Eiszeit entstanden ist.

Im Jahr 1907 versuchte der englische Geschäftsmann Howell, die Energie des Wasserfalls für ein Wasserkraftwerk zu nutzen. Zu dieser Zeit war der Gullfoss im Besitz eines Bauern. Dieser lehnte Howells Kauf-Angebot ab. Er verpachtete Howell jedoch das Land, ohne zu wissen, dass es ein Schlupfloch gab, das es ihm erlaubte, seine Pläne zu verwirklichen.

Es war die Tochter des Bauern die die Anklage anführen würde, um Howells Ambitionen zu stoppen. Der Rechtsstreit war ein harter Kampf. Der Fall dauerte Jahre lang an. Die Lage wurde so schwierig, dass sie drohte, sich in den Wasserfall zu stürzen, falls mit dem Bau begonnen würde. Ihre Hartnäckigkeit führte zum Erfolg. 1929 zog sich Howell aus dem Pachtvertrag zurück, da er nicht in der Lage war, mit den Kosten und Schwierigkeiten seines Plans Schritt zu halten. Der Wasserfall fiel wieder in die Hände des isländischen Volkes.

Heute ist Sigríður Tómasdóttir für ihre Beharrlichkeit beim Schutz des Gullfosses berühmt und wird oft als die erste Umweltschützerin Islands gefeiert. Als solche ist sie eine der berühmtesten Figuren in der Geschichte Islands. Ihr Beitrag ist für immer in Stein gemeißelt; an der Oberkante des Gullfoss befindet sich eine Gedenktafel.

Ab ins Freibad

Vor einigen Jahren wurde in der Gemeinde Laugarvatn am Ufer des gleichnamigen Sees das Geothermalbad Fontana errichtet. Hier kann man in Hot Pots und einem natürlichen Dampfbad entspannen. Über einer natürlichen heißen Quelle wurden die Dampfbäder errichtet, in denen die Temperatur abhängig vom Wetter zwischen 40° C und 50° C beträgt. Von unterschiedlichen miteinander verbundenen Mineralbädern kann man ungehindert die Aussicht auf den See genießen. Die heißen Quellen direkt am See wurden bereits im Mittelalter genutzt und schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts nutzten Einheimische die Dampfbäder zur Erholung. Das Wellness-Center Fontana ist ganzjährig geöffnet.

Mein Tipp für den kleinen Hunger zwischendurch:

Neben der winterlichen Freibad-Erfahrung besorgten wir uns hier auch so genanntes Vulkan-Brot. Jeden Tag findet hier eine kleine Sensation statt: Ein Brot wird aus dem Sand gebuddelt. Zuvor wird das Brot 24 Stunden lang im Sand vergraben – direkt über einer heißen Quelle, und dort bei 90° C bis 100° C gebacken. Mit einer Schicht Butter wird es zur Delikatesse. Früher war diese Art der Zubereitung in Island weit verbreitet, heute ist sie nur noch eine Touristenattraktion. Als leckerer Snack für Zwischendrin kann ich es wirklich empfehlen.

Auf in den Süden – Wo Wassermassen herabstürzen

Die Route führte uns wieder in Richtung Süden. Vorbei am Vulkankrater Kerið bis hin in die Stadt Selfoss, welche eine aber sehr markante Brücke über den Fluss Ölfusá hat. Ein Zwischenstopp ist hier möglich und auch für Einkäufe sinnvoll. Verschiedene Lebensmittel-Geschäfte befinden sich in der Stadt und es ist für die folgenden Streckenabschnitte schon sinnvoll, sich mit etwas Proviant auszustatten. Nach Selfoss fuhren wir hinein in endlose Weiten.

Entlang der Ringstraße überquerten wir Flussmündungen, bestaunten aus der Ferne unendliche Weiten und sahen hier und da kleine Höfe und Ortschaften. Doch irgendwie war es schon ganz anders als bisher. Man spürt, dass man sich aus der touristischen Gegend des isländischen Südwesten entfernt und in rauere Gegenden kommt.

Von Selfoss aus folgt man – mit einzelnen Stopps – etwa 70 Kilometer der Ringstraße bis man aus der Ferne eine riesige Felskante sieht. Hier befindet sich auch der erste größere Wasserfall auf der Route in Islands Süden. Der Wasserfall Seljalandsfoss. Er ist Teil des Flusses Seljalandsá und entspringt unterhalb des Gletschers Eyjafjallajökull. Der Vulkan unter dieser Eiskappe war derjenige, der 2010 ausbrach und in Flughäfen in ganz Europa Chaos anrichtete.

Der Wasserfall ist relativ schmal, stürzt aber von einer hohen Klippe, die einst die Küstenlinie des Landes markierte. Das Meer erstreckt sich nun über einen Abschnitt des Tieflandes und ist vom Seljalandsfoss aus sichtbar. Im Sommer kann man sogar hinter den Wasserfall gehen, da ein Weg direkt dahinführt. Im Winter ist davon zwingend abzuraten. An den Felswänden sind teils weit über 5 Meter lange Eiszapfen zu sehen und das Risiko, einen solchen beim Herabstürzen abzubekommen, ist doch entschieden zu groß. Doch auch in der Frontalansicht ist der Anblick Atemberaubend. Der 60 Meter hohe Wasserfall ist nicht ohne Grund eine beliebte Attraktion.

Geheimtipp – Gleich Nebenan…

Wer sich mit Island Reisen beschäftigt kennt und besucht den Seljalandsfoss. Doch sind wir mal ehrlich, wer kennt den unmittelbaren Nachbarn des Wasserfalls? Vielleicht ist er so unbekannt, weil der Name Gljúfrabúi einfach zu schwierig auszusprechen ist – zumindest dann, wenn man kein isländisch spricht. Der Gljúfrabúi wird als das verborgene Juwel der Gegend angesehen, da er allzu oft übersehen wird, weil er teilweise hinter einer Felswand versteckt liegt. Da auch ich ihn bis dato nicht kannte, ist der Wasserfall ist für mich sogar noch spannender gewesen.

Der Name Gljúfrabúi bedeutet wörtlich: „der, der in der Schlucht lebt“. Der 40 Meter hohe Wasserfall ist größtenteils hinter einer Felsklippe versteckt. Von außen ist nur die Fallkante und der obere Teil zu sehen, dann verschwindet er in einer Schlucht, die begehbar ist.

Der kleine Fluss Gljúfurá fließt unterhalb des Wasserfalls durch einen Spalt in der Klippe und wer sich dem Wasserfall nähern möchte, muss durch diesen Spalt durch den Bach gehen. Nach einigen Metern zwischen den Felswänden öffnet sich ein kleiner Raum, in den der Gljúfrabúi stürzt. Der Weg in die Höhle ist durch die glitschigen und wackeligen Steine im Flussbett leicht anspruchsvoll und man wird garantiert nass. Auch hier gilt, möglichst in den wenigen geschützten Bereichen zu laufen, da recht schnell auch hier Eiszapfen von oben herabfallen können.

Wir haben einen Plan! (gehabt…)

Entlang der Südküste geht die Reise weiter. Unsere Route entlang der Ringstraße führte uns südlich des Eyjafjallajökull an einem nicht enden wollenden Bergmassiv vorbei. Dies ist nicht nur ein Vulkan, sondern eigentlich auch ein Gletscher und er steht in Verbindung mit dem berühmten Vulkan Katla. Eyjafjallajökull ist einer der wenigen Stratovulkane, die in Island zu finden sind. Das bedeutet, dass es eine Eiskappe gibt, die den Einsturzkrater des Vulkans bedeckt. Eyja bedeutet Insel. Fjalla bedeutet Berg. Jökull bedeutet Gletscher. Zusammengesetzt könnte der Name also als Insel-Berg-Gletscher übersetzt werden. Wir betrachteten kurz den Berg an eben jener Stelle, von der aus im Jahre 2010 Bilder um die Welt gingen. Es war friedlich und ruhig und keine Gefahr zu sehen. Doch weiter geht`s auf der Route, denn es erwartet uns ein imposanter Wasserfall.

Der Skógafoss (Skogafoss-Wasserfall) ist einer der größten und elegantesten Wasserfälle Islands. Er hat eine Breite von 25 Metern und ist etwa 60 Meter hoch. Dieser Ort wurde schon oft in bekannten Filmen als Kulisse benutzt, dazu gehören: „Thor: The Dark World“ und „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“. Die Klippe, von der das Wasser rauscht, ist die frühere Küste vom Meer, die jetzt etwa 5 km weiter weg liegt.

Hier steht man staunend vor dem Wasserfall und entdeckt gerade im Winter recht schnell imposante Eiszapfen an den steilen Felswänden neben dem Wasserfall. Vor ihm stehend, entdeckten wir einen Weg, der rechts an ihm vorbei nach oben führt. Der Aufstieg ist schnell gemeistert und man blickt von oben, wie die Wassermassen nach unten stürzen.

Der nächste Spot, den ich auf der To-Do-Liste hatte, war dann ein typischer „Insta“-Spot. Das Flugzeugwrack auf dem Sólheimasandur in Südisland war schon in unzähligen Fotos, in mehreren Werbespots und einigen Musikvideos zu sehen. Nach der Notlandung im Jahr 1973 lag es Jahrzehntelang unbeachtet auf der Sanderfläche und nur Einheimische wussten, wo die Überreste des Flugzeuges sind. Heute ist es eine Attraktion für viele Besucher. Ein kleiner Parkplatz an der Ringstraße markiert den Beginn des Weges zum Wrack. Wichtig für deinen Zeitplan bei Deinem Island Trip: Beachte die Zeit. Es war schon recht spät als wir dort eintrafen. Da es vier km Fußweg bis zum Wrack sind beschlossen wir, dies auszulassen und fuhren weiter.

Binnen weniger Minuten erlebten wir auf unserem Weg zum Dyrhólaey Aussichtspunkt, wie schnell Island sein Gesicht komplett ändern kann. Es zog ein eisiger Sturm auf und heftige Winde machten das Fahren erheblich schwieriger. So schlitterten wir bei widrigsten Bedingungen in Richtung Dyrhólaey. Die Straße führt sozusagen durch eine kleine Bucht. Rechtzeitig sah ich aus der Ferne, wie bereits ein größerer Pick-Up am Hang festhing. Eine Person schaufelte wie wild um das Fahrzeug herum – vermutlich um es aus einer Schneewehe herauszubekommen und ich entschied, umzudrehen. Bei Windböen weit über 120 Kilometer in der Stunde war eine Panne das Letzte, was ich gebrauchen konnte.
Das Wetter entschied also für uns, diesen Spot auszulassen.

Durch den Schneesturm hindurch entdeckten wir ein ein Licht. Ein einzelnes Haus stand da mitten im Nirgendwo und bot ein herrliches Motiv. Mal eben aus dem Auto raus und ein Foto machen ging aber nicht. Der Sturm presste so heftig gegen das Auto, das nicht mal die Tür zu öffnen war. In einem kurzen Wind-Loch gab es dann die Chance auszusteigen. Was für eine völlig bescheuerte Idee. Es wedelte mich samt Kamera-Equipment einmal quer über die Straße. Aber was macht man nicht alles für ein paar Fotos. Einige Schnappschüsse entstanden und ich kämpfte mich zurück ins Fahrzeug. „Kurz aufwärmen, durchatmen und nichts wie weg hier“, dachte ich.

Der Ringstraße folgend über einen Berg hinweg kommt man nach Vík í Mýrdal, ein abgelegenes Dorf am Meer im Süden Islands. Es liegt im Schatten des Mýrdalsjökull-Gletschers, der den Katla-Vulkan bedeckt. Hier kann man eine gute Pause einlegen und etwas Nervennahrung kaufen. Wir überlegten, ob wir bei diesen Bedingungen nicht doch lieber hier ein Nachtlager suchen sollten. Wir mussten ohnehin tanken, also taten wir das erstmal und ich fragte beim Zahlen, ob denn der Sturm nachlassen würde. Die junge Frau hinter dem Kassentresen lächelte nur und gab mir zu verstehen, dass „das“ doch kein Sturm sei.

Also geht die Fahrt 70 Kilometer weiter nach Kirkjubæjarklaustur. Wieder änderte sich das Wetter komplett und wir bretterten über die endlose Straße bis zu unserer Unterkunft. Was für ein Tag.

Der Canyon Fjaðrárgljúfur – Was? Wie heißt der?

Der Canyon Fjaðrárgljúfur liegt in der Nähe von Kirkjubæjarklaustur. Man nimmt an, dass sich der Canyon am Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 9.000 Jahren, gebildet hat. Das Grundgestein besteht größtenteils aus Patagonit aus den Kaltzeiten der Eiszeit und ist vermutlich zwei Millionen Jahre alt.

Als sich der Gletscher zurückzog, bildete sich im Tal hinter dem harten, widerstandsfähigen Gestein ein See. Der Abfluss des Sees floss dorthin, wo sich heute der Fjadragljufu befindet, und die Erosion formte dann diesen grandiosen Canyon.

Für uns gab es zum Frühsport eine gemütliche Morgenwanderung zum Ende des Canyons, an dem der völlig zugefrorene Wasserfall Mögáfoss zu sehen war. Unter dem Eis hörten wir es plätschern aber fließendes Wasser sahen wir an jenem Morgen nicht. Auch den Namen des Canyon konnte ich (und das gilt nach wie vor) nicht aussprechen.

Der Canyon war schon ein Erlebnis doch der Tag hatte noch ein geplantes Highlight: die Gletscherwanderung am Skaftafell.

Gletscherwandern – eine atemberaubende Erfahrung

Die ersten Wander-Kilometer des Tages lagen hinter uns und wir freuten uns auf das bevorstehende Ereignis. Schon vor Antritt unserer Reise buchten wir eine geführte Gletscherwanderung am Svínafellsjökull.

Auf dem Weg dorthin fuhren wir an einer erstaunlichen Landschaft vorbei. Auf der einen Seite ragten riesige Berge in den Himmel, auf der anderen Seite blickten wir auf nie enden wollende Ebenen. An so mancher Einmündung hielten wir an, denn es gibt hier unzählige Picknick-Plätze. Schotterpisten führen von der Ringstraße abgehend zu den Bergen. Ein paar herrliche Motive sind hier zu entdecken.

Von Weitem sieht man dann erstmals den Gletscher Skaftafell. Ein unfassbarer Anblick. Ein leuchtendes Eisblau erstreckt sich über eine ziemliche Breite am Horizont. Am Fuß des Gletschers befindet sich das Skaftafell Visitor Center. Von hier aus startete unsere Tages-Expedition.

Meine Empfehlung:
Nutze tatsächlich die geführten Wanderungen über den Gletscher. Dabei bekommst du das Gletscherequipment (Helm, Klettergeschirr, Steigeisen, Eisaxt), das im Notfall hilfreich sein kann.

Eine kurze Fahrt mit dem Offroad-Bus zum Svínafellsjökull Gletscher ist der Beginn der Wanderung. Die „kleinere“ Gletscherzunge, östlich des Skaftafell war unser Gebiet. In einer Gruppe von etwa 20 Personen folgten wir unserem Tour-Guide bis zum Rand des Eises. Ab hier geht es dann nur mit Klettergeschirr und Steigeisen weiter bergauf. Über gigantische Eisbrocken stapften wir mit schweren Schritten voran. Nach etwa 40 Minuten erreichten wir dann eine Höhle mitten auf dem Eis. Diese formt sich jedes Jahr neu. Der Gletscherfluss ist in ständiger, wenn auch langsamer Bewegung. Im Sommer schmilzt eine Menge Eis und im Verborgenen fließt das Wasser dann gen Tal. Jeden Winter, wenn es dann wieder deutlich kälter wird, formen sich die Höhlen neu und müssen neu „erkundet“ werden, wie uns unser Guide erklärte.

In der recht engen Höhle steht man dann im ewigen Eis. Ringsherum nichts als blau leuchtendes Eis und eine fast schon beklemmende Stille. Ab und an gab es ein Knacken des Eises, was dann die Faszination der Stille unterbrach. Ein richtig schönes Erlebnis, was man so schnell nicht mehr vergisst. Zugegeben: Es ist so schön, dass ich dort gar nicht so oft fotografierte, weil ich es im Staunen einfach vergessen habe.

Nach geraumer Zeit stiegen wir wieder ins Tal. Gute drei Stunden dauert die Tour. Wir erfuhren einiges rund um die Entstehung und die Veränderung des Gletschers. Mich machte es etwas nachdenklich, da ich mich fragte, wie lange uns Menschen so ein Erlebnis noch möglich sein wird. Wie auch andernorts gibt es in Island ein Gletschersterben und die Gletscher verkleinern sich von Jahr zu Jahr drastisch. Schon allein deswegen war der Tag und die Wanderung ein einmaliges Erlebnis.

Der Svartifoss-Wasserfall

Ab dem Naturreservat Skaftafell gibt es noch eine schöne und recht einfache Wanderung zu dem kleinen, berühmten Wasserfall Svartifoss. Die Wanderung kann gut bei jeder Rundreise entlang der Ringstraße und auch bei wenig Zeit eingebaut werden.

Der Name bedeutet so viel wie „der schwarze Wasserfall“. Er ist nicht hoch und sehr schmal, gibt aber ein tolles Fotomotiv ab: Eingebettet von dunklen Basaltsäulen vulkanischen Ursprungs stürzt er idyllisch in ein steiniges Becken. Für die Hallgrímskirkja in Reykjavík diente dieser Wasserfall das Vorbild. Er ist ausschlaggebend für die ungewöhnliche Säulenarchitektur der Front.

Was ist das? Es leuchtet! Polarlichter – endlich

Was für ein Tag. So viele Wanderungen wir an dem Tag hatten wir auf unserer Reise an keinem anderen Tag. Also auf ins Hotel. Selten freute ich mich so auf eine warme Dusche und eine deftige Mahlzeit. Der Plan sollte doch nur teilweise aufgehen. Ich schaute aus dem Fenster und wunderte mich noch über komische Wolken. Ja wie blöd war ich denn da? Es dauerte locker 5 Minuten bis ich begriff: die Nordlichter kommen.
Also wieder rein in die Klamotten, Kamera und Stativ in die Hand und ab geht’s nach draußen. Die Kameratechnik machte glücklicherweise keine Probleme, ein paar „Schnappschüsse“ entstanden. und mein Traum ging in Erfüllung.

Marie schmückte noch einen Schneemann, der natürlich mit aufs Bild musste. An einer nahe gelegenen Bergfront entdeckten wir einen „Riss“ im Felsen. Auch da probierten wir noch etwas aus. Es ist verrückt, wie schnell bei dem Spektakel die Zeit vergeht. Nach knapp 2 Stunden kehrten wir dann ins Hotel zurück und der Tag endete mit einem breiten Lächeln im Gesicht.